Der Akku lag seit dem Frühjahr im Koffer, jetzt reagiert der Schrauber nicht, und das Ladegerät blinkt oder lädt gar nicht erst an. Im Netz stehen Anleitungen, wie man „tiefentladene Akkus wiederbelebt“. Für Werkzeugakkus aus Lithium-Ionen-Zellen sagen die Hersteller etwas anderes.
Alle Werte laut Hersteller und Behörde, abgerufen am 27.10.2026. Keine Eigenmessung, kein Test, keine Reparaturanleitung.
Werkzeugakkus schalten ab, bevor sie ganz leer sind
Tiefentladung heißt, dass ein Akku weiter entladen wird, als seine Zellen vertragen; laut Bosch können die Zellen dabei beschädigt werden. Die Hersteller bauen dagegen eine Schutzelektronik ein:
- Makita schreibt in der FAQ, alle Makita-Akkus hätten eine aufwendige Sicherheitselektronik mit Tiefentladeschutz. Fällt die Restladung unter etwa 15 %, unterbricht sie die Stromzufuhr zur Maschine.
- Bosch beschreibt die Electronic Cell Protection (ECP) als speziellen Schutz der Akkuzellen, der Überhitzung, Überlastung und Tiefentladung verhindern soll; eine Abschaltschwelle nennt Bosch nicht.
Bleibt das Gerät plötzlich stehen, kann das also der Schutz sein, nicht der Schaden. Laut Makita ist der Akku nach dem Aufladen wieder wie gewohnt einsatzbereit.
Lange Lagerung ist der häufigste Weg zum leeren Akku
Ein Akku entlädt sich bei langer Lagerung laut Umweltbundesamt nach und nach selbst, auch wenn das bei Zimmertemperatur kaum wahrnehmbar ist. Makita nennt genau diesen Fall: Durch Selbstentladung bei Transport und Lagerung kann die Restladung unter etwa 15 % fallen. Makita-Akkus verlassen das Werk laut FAQ mit 30 % Ladung. Makita rät deshalb, einen Akku aufzuladen, der länger als sechs Monate nicht benutzt wurde.
Das Umweltbundesamt rät, das vollständige Entladen zu vermeiden und den Akku rechtzeitig wieder auf 50 % aufzuladen, um eine lebensdauerverkürzende Tiefentladung zu vermeiden. Für die Lagerung über den Winter empfehlen laut UBA die Hersteller ca. 40 bis 50 % Ladung.
Akkus von Elektrowerkzeugen: Lagern, Laden, Transport und Flugreise · geprüft am 27.10.2026
- Lagern −20 bis +50 °C · Laden 0 bis +35 °C (Bosch) — Bosch gibt für seine Li-Ionen-Akkus an: nur bei Umgebungstemperaturen zwischen −20 °C und +50 °C betreiben und lagern (z. B. im Sommer nicht im Auto liegen lassen) und nur zwischen 0 °C und +35 °C laden (Herstellerangabe Bosch). bosch-professional.com
- Straße privat frei · Versand = Gefahrgut — Laut Bosch können Li-Ionen-Akkus vom Benutzer ohne weitere Auflagen auf der Straße transportiert werden. Beim Versand durch Dritte (z. B. Luftfracht, Spedition) gelten Gefahrgutvorgaben für Verpackung und Kennzeichnung; offene Kontakte sind abzukleben (Herstellerangabe Bosch). bosch-professional.com
- Bosch ECP: Schutz vor Überhitzung, Überlast, Tiefentladung — Bosch beschreibt seine Electronic Cell Protection (ECP) als speziellen Schutz der Akkuzellen, der Überhitzung, Überlastung und Tiefentladung verhindern soll (Herstellerangabe Bosch). bosch-pt.com
- Li-Ion: kein Memory-Effekt · Tiefentladung schadet — Laut Bosch-Glossar fällt bei fast leerem Akku die Spannung stark ab; wird unter die Grenzspannung weiter entladen, können die Zellen beschädigt werden. Einen Memory-Effekt gibt es bei Lithium-Ionen-Akkus laut Bosch nicht, sie können also auch ohne vollständige Entladung nachgeladen werden (Herstellerangabe Bosch). bosch-pt.com
- Lagern unter 50 °C · Laden 10 bis 40 °C · nach 6 Monaten nachladen (Makita) — Makita gibt an: Werkzeug und Akku nicht an Orten lagern oder benutzen, an denen 50 °C erreicht werden können; den Akku bei 10 bis 40 °C laden; einen Akku, der länger als sechs Monate nicht benutzt wurde, aufladen (Herstellerangabe Makita). icmsmakita.eu
- vor dem Leerlaufen laden · bei Nichtgebrauch abnehmen (Makita) — Makita rät in der Anleitung, den Akku zu laden, bevor er vollkommen erschöpft ist, einen voll geladenen Akku nicht erneut zu laden und den Akku bei Nichtbenutzung vom Werkzeug oder Ladegerät abzunehmen (Herstellerangabe Makita). icmsmakita.eu
- ab Werk 30 % · Abschaltung unter ca. 15 % (Makita) — Laut Makita-FAQ verlassen Makita-Akkus das Werk aus Sicherheitsgründen mit 30 % Ladung. Durch Selbstentladung bei Transport und Lagerung kann die Restladung unter etwa 15 % fallen; dann schaltet die Sicherheitselektronik mit Tiefentladeschutz ab, und der Akku gibt keine Leistung mehr ab. Nach dem Aufladen ist er laut Makita wieder voll einsatzbereit (Herstellerangabe Makita). makita.de
- 10–25 °C · Ladestand 40–50 % (Empfehlung) — Das Umweltbundesamt empfiehlt, Akkus am besten bei 10 bis 25 °C zu lagern, nicht im Kühlschrank (Kondenswasser), nicht im Gartenhaus oder hinter der Windschutzscheibe. Bei längerer Lagerung, etwa über den Winter, empfehlen laut UBA die Hersteller einen Ladestand von ca. 40 bis 50 %; weil sich der Akku dabei selbst entlädt, soll er bei Bedarf rechtzeitig wieder auf 50 % geladen werden. umweltbundesamt.de
- über +50 °C / unter −20 °C: Lebensdauer sinkt — Hohe Temperaturen, besonders über +50 °C, und sehr niedrige Temperaturen, besonders unter −20 °C, können laut Umweltbundesamt die Lebensdauer von Lithium-Akkus stark verkürzen. umweltbundesamt.de
- nachladen bis ca. 90 % · nicht leerfahren (UBA) — Das Umweltbundesamt empfiehlt, vollständiges Ent- und Aufladen zu vermeiden, frühzeitig nachzuladen und nur bis etwa 90 % zu laden sowie den Akku gegebenenfalls rechtzeitig auf 50 % zu laden, um eine Tiefentladung zu vermeiden, die die Lebensdauer verkürzt. umweltbundesamt.de
- Laden: vorgesehenes Ladegerät, Rauchmelder, nicht nachts — Beim Laden ist laut Umweltbundesamt das Gefahrenpotenzial besonders hoch. Das UBA empfiehlt, nur die für den Akku vorgesehenen Ladegeräte zu verwenden, möglichst an einem Ort mit Rauchmelder und ohne brennbare Gegenstände in der Nähe zu laden, in der Nähe zu bleiben und nicht während des Schlafens zu laden. umweltbundesamt.de
- nach dem Laden Ladegerät trennen — Das Umweltbundesamt rät, das Ladegerät nach dem Laden vom Netz zu trennen, um unnötige Wärme zu vermeiden. Geräte mit eingesetztem Akku dauerhaft am Netz zu betreiben, verringert laut UBA die Lebensdauer des Akkus. umweltbundesamt.de
- defekt: Pole abkleben, Glas, Sammelstelle — Beschädigte, verformte, aufgeblähte oder ausgelaufene Lithium-Akkus sollen laut Umweltbundesamt nicht weiter benutzt und nicht geöffnet werden. Das UBA rät, sie mit abgeklebten Polen in einem verschließbaren Behälter (z. B. Schraubdeckelglas) zur Sammelstelle zu bringen und das Personal auf den Schaden hinzuweisen. umweltbundesamt.de
- ≤ 100 Wh · 100–160 Wh mit Genehmigung — Im Passagiergepäck darf laut Luftfahrt-Bundesamt jede Lithium-Ionen-Batterie eine Nennenergie von höchstens 100 Wh haben; mit Genehmigung des Luftfahrtunternehmens sind über 100 Wh bis höchstens 160 Wh je Batterie erlaubt. lba.de
- Ersatzakkus nur Handgepäck · max. 2 über 100 Wh — Lose Lithium-Ersatzbatterien sind laut Luftfahrt-Bundesamt im aufgegebenen Gepäck verboten und dürfen nur ins Handgepäck. Bei Batterien, die eine Genehmigung des Luftfahrtunternehmens brauchen (über 100 Wh), sind höchstens zwei Ersatzbatterien pro Person erlaubt; Fluggesellschaften können strengere Regeln haben. lba.de
- Pole einzeln isolieren — Ersatzbatterien müssen einzeln gegen Kurzschluss gesichert sein, etwa in der Originalverpackung, durch Überkleben der Pole mit Klebeband oder in einem eigenen Kunststoffbeutel (ICAO-Tabelle 8-1, deutsche Fassung beim Luftfahrt-Bundesamt, Ausgabe 2025-2026 Addendum No. 1). lba.de
- 18 V × 5,0 Ah = 90 Wh — Die Nennenergie in Wattstunden ergibt sich rechnerisch aus Spannung mal Kapazität (Wh = V × Ah). Beispiel: Makita gibt für den Akku BL1850B 18 V, 5,0 Ah und 90 Wh an – also unter der 100-Wh-Grenze. makita.de
Wie man Akkus über den Winter aufbewahrt, steht unter Akku lagern.
Was man tun kann: ins Originalladegerät, bei Zimmertemperatur
- Akku ansehen. Ist er aufgebläht, verformt, beschädigt oder ausgelaufen, soll er laut UBA nicht weiter benutzt und nicht geöffnet werden. Dann Pole abkleben, in ein verschließbares Glas, zur Sammelstelle.
- Temperatur prüfen. Bosch nennt für das Laden 0 bis 35 °C, Makita 10 bis 40 °C. Ein Akku aus der kalten Garage kommt erst ins Warme.
- Originalladegerät nehmen. Bosch rät, nur mit vom Hersteller empfohlenen Ladegeräten zu laden. Welches Ladegerät passt: Akku-Ladegerät, für Makita Makita-Ladegerät.
- In der Nähe bleiben. Das UBA rät, beim Laden dabeizubleiben, mit Rauchmelder und nicht nachts.
- Anleitung lesen. Was die Leuchtanzeige des Ladegeräts bedeutet, steht in dessen Bedienungsanleitung.
Lädt der Akku danach, ist er laut Makita wieder einsatzbereit. Lädt er nicht, ist der nächste Schritt der Händler oder der Hersteller.
„Wiederbeleben“ ist kein Weg, den ein Hersteller beschreibt
Viele Anleitungen im Netz empfehlen, einen tiefentladenen Akku mit einem anderen Ladegerät, einem Labornetzteil oder durch Überbrücken mit einem vollen Akku „anzustoßen“. Eine solche Anleitung habe ich bei keinem Werkzeughersteller gefunden. Bosch schreibt das Gegenteil: Akkus nur mit vom Hersteller empfohlenen Ladegeräten laden und nur in Produkten des Herstellers verwenden, weil sie nur so vor gefährlicher Überlastung geschützt seien. Makita schreibt, veränderte Akkus könnten bersten und Brände verursachen. Anleitungen zum Öffnen, Überbrücken oder Umbauen gibt es auf toolrevier.de deshalb nicht.
Fremdakkus und Akku-Adapter: Was Hersteller zu Garantie und Gebrauch sagen · geprüft am 19.10.2026
- Bosch: Schäden durch Nicht-Originalteile ausgeschlossen — Bosch schließt von seiner Herstellergarantie u. a. Mängel am Werkzeug aus, die durch Zubehör, Ergänzungs- oder Ersatzteile verursacht wurden, die keine Bosch-Originalteile sind, ebenso Werkzeuge, an denen Veränderungen vorgenommen wurden (Bosch-Garantiebedingungen, Stand 01.12.2021). gilt seit 01.12.2021 · bosch-pt.com
- Bosch: 2 Jahre, 3 mit Registrierung (nicht Akkus Heimwerker) — Die Bosch-Garantie beträgt zwei Jahre (bei gewerblicher Nutzung zwölf Monate) und lässt sich durch Online-Registrierung binnen vier Wochen auf drei Jahre verlängern – ausgenommen u. a. Akkupacks und Ladegeräte von Heimwerkergeräten. Gesetzliche Mängelansprüche gegen den Verkäufer bleiben laut Bosch unberührt. gilt seit 01.12.2021 · bosch-pt.com
- Bosch: Akku nur in Herstellerprodukten — In den Sicherheitshinweisen für seine Li-Ionen-Akkus schreibt Bosch, den Akku nur in Produkten des Herstellers zu verwenden, weil er nur so vor gefährlicher Überlastung geschützt sei, und ihn nur mit vom Hersteller empfohlenen Ladegeräten zu laden (Herstellerangabe Bosch). bosch-professional.com
- Makita: Fremdakku = Garantie für Werkzeug/Ladegerät ungültig — Makita schreibt in seinen Betriebsanleitungen sinngemäß: nur Original-Makita-Akkus verwenden; nicht originale oder veränderte Akkus können bersten und Brände oder Verletzungen verursachen, außerdem werde die Makita-Garantie für Werkzeug und Ladegerät ungültig. Für Unfälle mit nicht originalen oder veränderten Akkus übernimmt Makita nach eigener Angabe keine Haftung. icmsmakita.eu
- Makita: ungeeignetes Zubehör ausgeschlossen — Die Makita-Herstellergarantie (drei Jahre für registrierte Elektrowerkzeuge, zwei Jahre für registrierte Li-Ionen-Akkus) schließt u. a. Schäden durch ungeeignetes Zubehör sowie zerlegte oder mit Fremdteilen reparierte Geräte aus (Makita-Garantiebedingungen, Stand Juli 2026). makita.de
- Metabo: 3 Jahre Akku-Garantie, Ausschlüsse bei Fehlgebrauch — Metabo gewährt auf Akkupacks und Metabo-Ladegeräte drei Jahre Herstellergarantie ohne Registrierung. Ausgeschlossen sind u. a. unsachgemäße Anwendung wie die Verwendung nicht zugelassener Einsatzwerkzeuge sowie teilweise oder komplett demontierte Maschinen; gesetzliche Rechte bleiben laut Metabo unberührt (Allgemeine Garantiebedingungen, Stand 2025). portal.metabo-service.com
- Einhell: Drittanbieter-Akkus nicht registrierbar — Einhell bietet zwei Jahre Herstellergarantie auf Geräte und Akkus, bei Online-Registrierung binnen 30 Tagen drei Jahre auf Geräte und Power-X-Change-Akkus. Die Akku-Garantie gilt nur für Akkus aus dem Einhell-Sortiment; Akkus von Drittanbietern können nicht registriert werden. Kein Garantieanspruch besteht u. a. bei unsachgemäßer Verwendung oder Verwendung ungeeigneter Betriebsmittel. einhell.de
- DeWalt: 12 Monate, Akkus nicht in 3-Jahres-Verlängerung — DeWalt garantiert Elektrowerkzeuge zwölf Monate ab Kauf; die Verlängerung auf drei Jahre nach Registrierung gilt für berufliche Anwender und schließt Akkus (außer Powerstack) und Ladegeräte aus (DeWalt-Garantierichtlinien). dewalt.de
- Garantie zusätzlich zur Gewährleistung — Eine Herstellergarantie ist eine freiwillige zusätzliche Zusage; die Rechte daraus bestehen neben den gesetzlichen Mängelansprüchen gegen den Verkäufer (§ 443 Abs. 1 BGB). Garantiebedingungen eines Herstellers können deshalb die gesetzliche Gewährleistung nicht verkürzen. gesetze-im-internet.de
- Produkthaftung § 1 ProdHaftG — Nach dem Produkthaftungsgesetz haftet der Hersteller, wenn durch einen Fehler seines Produkts ein Mensch verletzt oder eine privat genutzte Sache beschädigt wird; die Haftung ist u. a. ausgeschlossen, wenn das Produkt den Fehler beim Inverkehrbringen noch nicht hatte (§ 1 ProdHaftG). Den Fehler, den Schaden und den Zusammenhang muss der Geschädigte beweisen. gesetze-im-internet.de
Lädt der Akku nicht mehr: Gewährleistung und Garantie
Ist ein gekaufter Akku mangelhaft, kann man vom Verkäufer Nacherfüllung verlangen, zurücktreten oder mindern (§ 437 BGB); diese Ansprüche verjähren bei neuen Sachen in der Regel zwei Jahre nach Ablieferung (§ 438 BGB). Zeigt sich ein Mangel im ersten Jahr, wird vermutet, dass er schon bei Übergabe da war (§ 477 BGB). Ob ein Tiefentladeschaden als Mangel gilt, ist eine Frage des Einzelfalls; das hier ist keine Rechtsberatung.
Gewährleistung und Herstellergarantie beim Werkzeugkauf · geprüft am 27.10.2026
- 2 Jahre Gewährleistung — Ist eine gekaufte Sache mangelhaft, kann der Käufer Nacherfüllung verlangen, zurücktreten oder mindern und Schadensersatz verlangen (§ 437 BGB). Diese Ansprüche verjähren bei neuen beweglichen Sachen in der Regel in zwei Jahren ab Ablieferung (§ 438 Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2 BGB). gesetze-im-internet.de
- Beweislastumkehr 1 Jahr — Zeigt sich beim Verbrauchsgüterkauf innerhalb eines Jahres nach Gefahrübergang ein Mangel, wird vermutet, dass die Ware schon bei Übergabe mangelhaft war; danach muss der Käufer das beweisen (§ 477 Abs. 1 BGB). gesetze-im-internet.de
- +12 Monate nach Reparatur — Wird ein Mangel beim Verbrauchsgüterkauf durch Reparatur (Nachbesserung) beseitigt, verlängert sich die ursprüngliche Verjährungsfrist einmalig um zwölf Monate (§ 475e Abs. 5 BGB); laut Verbraucherzentrale gilt das für Kaufverträge ab dem 31.07.2026. gilt seit 31.07.2026 · verbraucherzentrale.de
- Garantie = freiwillig, zusätzlich — Eine Garantie ist eine zusätzliche, freiwillige Zusage etwa des Herstellers; die Rechte daraus bestehen neben den gesetzlichen Mängelansprüchen gegen den Verkäufer (§ 443 Abs. 1 BGB). Inhalt und Bedingungen bestimmt der Garantiegeber, die gesetzliche Gewährleistung bleibt davon unberührt. gesetze-im-internet.de
- Makita: 3 Jahre Werkzeug nach Registrierung binnen 4 Wochen — Makita gewährt auf Elektrowerkzeuge, die bei einem Makita-Händler mit Kaufort Deutschland gekauft wurden, drei Jahre Herstellergarantie, wenn der Käufer das Gerät innerhalb von vier Wochen nach dem Kauf auf makita.de registriert; das Garantie-Zertifikat ist sofort auszudrucken oder herunterzuladen. Ausgenommen sind unter anderem Akkus, Ladegeräte, Lampen und Benzingeräte (Garantiebedingungen Makita). makita.de
- Makita: 2 Jahre Akku nach Registrierung — Für Li-Ionen-Akkus gewährt Makita zwei Jahre Herstellergarantie, ebenfalls nur nach Registrierung innerhalb von vier Wochen nach dem Kauf. Die Garantiefrist verlängert sich durch eine Garantieleistung nicht; Verschleißteile wie Kohlebürsten, Kugellager oder Schalter sowie gebraucht gekaufte Produkte sind ausgeschlossen (Garantiebedingungen Makita). makita.de
- Einhell: 10 Jahre Brushless-Motor, Registrierung binnen 30 Tagen — Einhell verlängert nach Online-Registrierung die Garantie auf den Brushless-Motor auf insgesamt zehn Jahre; die Registrierung muss innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf erfolgen. Diese Garantie deckt nur Material- oder Herstellungsfehler am Motor ab; weiterverkaufte Geräte über Dritte oder Privatpersonen sind ausgeschlossen (Garantiebedingungen Einhell). einhell.de
- Einhell: 3 Jahre Akku nach Registrierung — Für Power-X-Change-Akkus aus dem Einhell-Sortiment erweitert Einhell die Garantie nach Registrierung innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf auf insgesamt drei Jahre; Akkus von Drittanbietern können nicht registriert werden, gewerbliche Nutzung ist außer bei Professional-Geräten ausgeschlossen (Garantiebedingungen Einhell). einhell.de
Daneben gibt es Herstellergarantien mit eigenen Bedingungen, etwa laut Makita zwei Jahre für registrierte Li-Ionen-Akkus, laut Metabo drei Jahre auf Akkupacks ohne Registrierung, laut Einhell drei Jahre auf Power-X-Change-Akkus bei Online-Registrierung. Bei Bosch ist die Verlängerung auf drei Jahre für Akkus von Heimwerkergeräten ausgeschlossen. Die Bedingungen stehen im Kasten oben; Kaufbeleg und Akku-Bezeichnung braucht man in jedem Fall.
Die Fallstricke
- Schutzabschaltung für einen Defekt gehalten. Laut Makita lädt man den Akku einfach wieder auf.
- Fremdes Ladegerät „zum Anstoßen“. Bosch rät ausschließlich zu vom Hersteller empfohlenen Ladegeräten.
- Kalten Akku sofort laden. Bosch und Makita nennen Mindesttemperaturen fürs Laden.
- Akku leer eingelagert. UBA und Makita raten, vorher nachzuladen.
- Aufgeblähten Akku weiter laden. Laut UBA nicht weiter benutzen, nicht öffnen.
Was praktisch hilft
- Nicht ganz leer fahren. Wenn die Leistung nachlässt, Akku tauschen und laden.
- Vor dem Winter halb laden. Ca. 40 bis 50 %, laut UBA die Empfehlung der Hersteller.
- Kalendererinnerung. Nach sechs Monaten nachladen, wie Makita rät.
- Kaufbeleg aufheben. Für Gewährleistung und Garantie.
- Defekte Akkus richtig abgeben. Siehe Akku entsorgen.
Was ich noch nicht weiß
- Die Abschaltschwelle anderer Hersteller. Makita nennt etwa 15 %, Bosch nennt keinen Wert.
- Was die Ladegeräte-Anzeigen bei tiefentladenen Akkus zeigen. Das steht je Ladegerät in der Anleitung, ausgewertet habe ich es nicht.
- Ob Garantien Tiefentladeschäden abdecken. Die Bedingungen nennen den Fall nicht ausdrücklich.
- E-Bike-Akkus. Sie sind laut UBA Hochenergie-Akkus; diese Seite behandelt nur Werkzeug- und Gartenakkus.
Häufige Fragen
Akku tiefentladen, was tun?
Zuerst ansehen: Ist der Akku aufgebläht, verformt oder beschädigt, soll er laut Umweltbundesamt nicht weiter benutzt und nicht geöffnet werden, sondern mit abgeklebten Polen in einem verschließbaren Behälter zur Sammelstelle. Ist er äußerlich in Ordnung, kommt er bei Zimmertemperatur ins Originalladegerät; Bosch nennt für das Laden 0 bis 35 °C, Makita 10 bis 40 °C. Werkzeugakkus haben laut Makita und Bosch einen Tiefentladeschutz, der die Maschine abschaltet, bevor der Akku Schaden nimmt; laut Makita ist er nach dem Aufladen wieder einsatzbereit. Lädt er trotzdem nicht, sind Händler und Hersteller der Weg, mit Kaufbeleg.
Kann man tiefentladene Akkus wiederbeleben?
Eine Anleitung dafür beschreibt kein Werkzeughersteller, dessen Unterlagen toolrevier.de ausgewertet hat. Bosch schreibt in den Sicherheitshinweisen, Li-Ionen-Akkus nur mit vom Hersteller empfohlenen Ladegeräten zu laden und nur in Produkten des Herstellers zu verwenden, weil sie nur so vor gefährlicher Überlastung geschützt seien. Makita schreibt, veränderte Akkus könnten bersten und Brände verursachen. Überbrücken, Labornetzteile oder fremde Ladegeräte sind deshalb kein empfohlener Weg. Laut Makita genügt beim Schutzabschalten das normale Aufladen im passenden Ladegerät. Lädt der Akku dort nicht, prüfen Händler oder Hersteller ihn im Rahmen von Gewährleistung oder Garantie.
Lithium Ionen Akku tiefentladen, wie wieder aufladen?
Im Originalladegerät, bei der Temperatur, die der Hersteller nennt, und unter Aufsicht. Bosch nennt für das Laden seiner Li-Ionen-Akkus 0 bis 35 °C, Makita 10 bis 40 °C. Makita beschreibt in der FAQ, dass die Schutzelektronik unter etwa 15 % Restladung abschaltet und der Akku nach dem Aufladen wieder einsatzbereit ist. Das Umweltbundesamt rät, beim Laden in der Nähe zu bleiben, möglichst mit Rauchmelder, ohne Brennbares daneben und nicht nachts. Ein aufgeblähter oder beschädigter Akku wird nicht geladen. Was die Anzeige am Ladegerät bedeutet, steht in dessen Bedienungsanleitung; fremde Ladegeräte rät Bosch ausdrücklich nicht.
Ist mein Makita Akku tiefentladen kaputt?
Nicht unbedingt. Makita schreibt in der FAQ, alle Makita-Akkus hätten eine Sicherheitselektronik mit Tiefentladeschutz. Fällt die Restladung durch Selbstentladung bei Transport oder Lagerung unter etwa 15 %, schaltet sie die Maschine ab; nach dem Aufladen ist der Akku laut Makita wieder wie gewohnt einsatzbereit. Ab Werk haben Makita-Akkus 30 % Ladung. Geladen wird laut Makita bei 10 bis 40 °C, mit einem Ladegerät der passenden Reihe, also DC18 für LXT, DC40 für XGT, DC10 für CXT. Lädt der Akku dort nicht, hilft der Makita-Service; die Garantie für registrierte Li-Ionen-Akkus beträgt laut Makita zwei Jahre.
Weiterlesen
- Akku lagern — damit er gar nicht erst tiefentlädt
- Akku-Ladegerät — welches Ladegerät zu welchem Akku
- Makita-Akku — LXT, XGT und CXT
- Akku entsorgen — wenn er wirklich defekt ist
- Akku-Checker — passenden Ersatzakku finden, alle Werkzeuge unter Werkzeuge
- Akku-Adapter — was Hersteller zu Fremdteilen sagen
