Stockschrauben: Holzgewinde und metrisches Gewinde in einer Schraube – wofür M8, welcher Dübel, wie man sie eindreht und wo die Herstellerangaben enden

Ein Heizkörperhalter, eine Rohrschelle mit Abstand zur Wand oder ein Bauteil, das man später wieder abnehmen will: Mit einer normalen Schraube müsste man jedes Mal den Dübel herausdrehen. Eine Stockschraube bleibt in der Wand stecken, abgenommen wird nur die Mutter. Dafür braucht sie den richtigen Dübel, und genau dazu sagen die Herstellerangaben weniger, als man erwartet.

Angaben laut Hersteller, abgerufen am 27.10.2026. Keine Eigenmessung, kein Test.

Eine Stockschraube hat zwei Gewinde und keinen Kopf

Am einen Ende sitzt ein Holzgewinde, am anderen ein metrisches Gewinde. Das Holzgewinde dreht man in Holz oder in einen Dübel, auf das metrische Gewinde kommt eine Mutter, ein Halter oder eine Gewindemuffe. TOX beschreibt seine Stockschraube Boltix M8x80 so: metrisches Gewinde auf der einen, Holzgewinde auf der anderen Seite, aus galvanisch verzinktem Stahl, für den Innenbereich; der Korrosionsschutz reiche laut TOX für Sanitärbereiche aus. „M8″ ist der Durchmesser des metrischen Gewindes in Millimetern, 80 die Gesamtlänge.

Als Einsatz nennt TOX verstellbare Distanzmontagen sowie Heizkörper, Schaltschränke und Rohrschellen. Der Vorteil laut TOX: individuelle Montage und einfaches Justieren, weil man über die Mutter den Abstand zur Wand einstellt.

In Holz ohne Dübel, in Stein mit Dübel

TOX schreibt: In Holz dreht man die Boltix direkt ein, ohne Dübel. In Beton, Vollziegel, Lochziegel und Porenbeton braucht sie einen Allzweckdübel oder einen Metall-Krallendübel. In der Datenbank nennt TOX den Spreizdübel Barracuda ausdrücklich als geeignet für Holz-, Spanplatten- und Stockschrauben, allerdings nur für Vollbaustoffe: Beton und Vollziegel.

Wand Was laut Hersteller gilt Bohren laut Datenbank
Holz, Holzwerkstoff Boltix direkt ohne Dübel (TOX) drehend
Beton, Vollziegel mit Allzweck- oder Spreizdübel, z. B. TOX Barracuda mit Schlag
Hochlochziegel mit Allzweckdübel (TOX), Barracuda nicht für Lochstein ohne Schlag
Porenbeton mit Allzweckdübel (TOX) ohne Schlag
Gipskarton keine Angabe von TOX für die Boltix ohne Schlag

Den Dübel wählt man nach dem Holzgewinde, nicht nach M8

Die M8-Angabe beschreibt das metrische Ende. In den Dübel greift aber das Holzgewinde, und dessen Durchmesser nennt die TOX-Seite nicht. Man misst ihn deshalb am Holzgewinde selbst und sucht den Dübel, dessen Datenblatt diesen Holzschrauben-Durchmesser zulässt; die Spannen der Hersteller stehen bei Schraube zum Dübel. Beim TOX Barracuda reichen sie von 3 bis 4 mm (5/25) bis 12 mm (16/80). Die Haltewerte gelten laut TOX mit dem größtmöglichen Schraubendurchmesser der Spanne.

TOX führt auf der Boltix-Seite eine Rubrik „Haltewerte“, nennt dort aber keine Werte. Was die Stockschraube trägt, entscheidet also der Dübel in der eigenen Wand. Für die Spreizdübel von TOX in Beton erzeugt die Datenbank diese Tabelle:

DübelGrößeBohrerBohrtiefeSchraubeLast laut Hersteller in Beton
TOX Spreizdübel BarracudaSpreizdübelBarracuda 5/255 mm35 mm3–4 mm40 kg
Barracuda 6/306 mm45 mm3,5–5 mm70 kg
Barracuda 8/408 mm55 mm4–6 mm90 kg
Barracuda 10/5010 mm70 mm6–8 mm200 kg
Barracuda 12/6012 mm80 mm8–10 mm220 kg
Barracuda 14/7014 mm95 mm10–12 mm230 kg
Barracuda 16/8016 mm105 mm12 mm250 kg
TOX Parallel-Spreizdübel BizepsSpreizdübelBizeps 6/706 mm80 mm4,5–5 mm150 kg
Bizeps 8/908 mm100 mm5–6 mm200 kg
Bizeps 10/9010 mm100 mm6–8 mm250 kg
Bizeps 12/9012 mm100 mm8–10 mm300 kg
TOX Allzweck-Spreizdübel AltbaujokerSpreizdübelAltbaujoker 8/908 mm100 mm6 mm110 kg
Altbaujoker 10/9010 mm100 mm7 mm220 kg

Werte aus den technischen Datenblättern der Hersteller (je Dübel im Dübel-Finder verlinkt). Lastwerte gelten nur für den genannten Untergrund in einwandfreiem Zustand; „k. A.“ heißt: Der Hersteller nennt keinen Wert.

Was die Tabellenwerte bedeuten

Die Werte sind empfohlene Lasten je Einzeldübel mit Sicherheitsbeiwert, für vorwiegend ruhende Lasten und nur im tragfähigen Baustoff. Bei einer Distanzmontage wirkt zusätzlich ein Hebel: Je weiter das Bauteil von der Wand absteht, desto stärker biegt es die Schraube und zieht am Dübel. Dafür nennt TOX für die Boltix keine Zahlen.

Eindrehen geht bei der Boltix mit einem TX-25-Bit

Die Boltix hat im metrischen Ende einen Innenantrieb TX 25, laut TOX. Man dreht sie also mit Bit und Akkuschrauber ein, ohne Zange und ohne Kontermuttern. Stockschrauben ohne Innenantrieb gibt es ebenfalls; für deren Eindrehwerkzeuge habe ich keine Herstellerangabe ausgewertet.

Für die Länge des Holzgewindes überträgt die Seite ihre Faustregel (Annahme, keine Herstellerangabe): Das Holzgewinde sollte mindestens Dübellänge plus einmal den Schraubendurchmesser lang sein, damit es den Dübel ganz durchläuft und spreizt. Das Anbauteil sitzt bei der Stockschraube auf dem metrischen Ende und zählt hier nicht mit.

Vor dem Bohren: Leitungen und Fenster

Heizkörper und Rohrschellen sitzen oft dort, wo auch Leitungen laufen. Die Installationszonen nach DIN 18015-3 zeigen, wo elektrische Leitungen liegen sollen; eine Gewähr für die eigene Wand ist das nicht.

Installationszonen nach DIN 18015-3: Wo Leitungen in der Wand liegen sollen · geprüft am 19.10.2026

  • DIN 18015-3:2016-09 — Die Norm DIN 18015-3 (aktuelle Ausgabe 2016-09) gilt für unsichtbar verlegte elektrische Leitungen sowie Anschlüsse, Schalter und Steckdosen in Anlagen, die nach der Normenreihe DIN 18015 geplant und errichtet werden. Zweck ist, Leitungen auf festgelegte Zonen zu beschränken, damit sie bei späteren Arbeiten an Wänden, Decken und Böden möglichst nicht beschädigt werden. dinmedia.de
  • keine Gewähr im Bestand — Eine Gewähr, dass Leitungen in einer bestimmten Wand tatsächlich in diesen Zonen liegen, gibt die Norm nicht, denn sie gilt nur für Anlagen, die danach geplant und errichtet wurden. Die älteste bei DIN Media gelistete Ausgabe der DIN 18015-3 stammt von 1982-06 (zurückgezogen); über ältere oder nicht normgerecht ausgeführte Installationen trifft die Norm keine Aussage. dinmedia.de
  • ZW-o 15–45 cm unter Decke · ZW-u 15–45 cm über Boden · ZW-m 100–130 cm — Waagerechte Installationszonen nach DIN 18015-3:2016-09: ZW-o liegt 15 bis 45 cm unter der Deckenbekleidung, ZW-u 15 bis 45 cm über dem Fußboden, ZW-m 100 bis 130 cm über dem Fußboden. baunetzwissen.de
  • ZS-t / ZS-f / ZS-e 10–30 cm — Senkrechte Installationszonen nach DIN 18015-3:2016-09: ZS-t an Türen, ZS-f an Fenstern und ZS-e an Wandecken liegen jeweils im Bereich von 10 bis 30 cm neben der Rohbaukante bzw. Rohbauecke. baunetzwissen.de
  • max. 30 cm waagerecht, max. 20 cm senkrecht — Waagerechte Installationszonen sind höchstens 30 cm breit, senkrechte höchstens 20 cm; die mittlere waagerechte Zone ZW-m ist für Räume mit Arbeitsflächen vor den Wänden vorgesehen, etwa Küchen (Fachbeitrag in „de – Das Elektrohandwerk“ 21/2007 zur Ausgabe DIN 18015-3:2007-09). elektro.net
  • Stichleitung senkrecht zur Dose — Schalter, Steckdosen oder Auslässe, die nicht in einer Installationszone sitzen, müssen nach DIN 18015-3 mit einer senkrechten Stichleitung aus der nächstgelegenen waagerechten Zone versorgt werden. baunetzwissen.de
  • Schalter 105 cm · Steckdose unten 30 cm — Vorzugshöhen für Schalter und Steckdosen nach DIN 18015-3: im mittleren Bereich 105 cm über dem fertigen Fußboden (in Küchen und Hausarbeitsräumen sind Abweichungen möglich), im unteren Bereich 30 cm über dem fertigen Fußboden. baunetzwissen.de
  • über Arbeitsflächen 115 cm — Schalter und Steckdosen über Arbeitsflächen sollen laut Fachbeitrag zur DIN 18015-3 etwa 115 cm über dem fertigen Fußboden liegen; bei individuell geplanten Küchen sind andere Höhen möglich. elektro.net
  • ZD-r 20–50 cm · ZD-t 15–45 cm von der Wand — Für Leitungen auf der Decke legt die Norm eine Zone ZD-r im Raum fest (höchstens 30 cm breit, mindestens 20 cm Abstand zur Wand) und eine Zone ZD-t im Türdurchgang (höchstens 30 cm breit, mindestens 15 cm Wandabstand). baunetzwissen.de
  • Außenzonen seit Ausgabe 2016-09 — Die Ausgabe DIN 18015-3:2016-09 ersetzt die Ausgabe 2007-09 und legt erstmals Installationszonen für die Außenseiten von Außenwänden fest (z. B. AZW-o 20 bis 40 cm unter der Innendecke, AZS-w 50 bis 70 cm neben der Rohbaukante). dinmedia.de

Stockschrauben tauchen auch bei Fensterbefestigungen auf. Fenster sind Bauteile mit eigenen Anforderungen; dafür ist ein Fachbetrieb zuständig, diese Seite bewertet das nicht.

Die Fallstricke

  • Dübel nach M8 gekauft. In den Dübel greift das Holzgewinde; dessen Durchmesser entscheidet.
  • Spreizdübel im Lochziegel. Der Barracuda ist laut TOX für Vollbaustoffe; für Lochziegel braucht es einen dafür freigegebenen Dübel.
  • Großer Wandabstand. Der Hebel wächst mit dem Abstand; dazu gibt TOX keine Last an.
  • Feuchter Außenbereich. Die Boltix ist laut TOX für innen.

Was praktisch hilft

  1. Wand bestimmen. Mit dem Dübel-Finder oder den Dübel-Grundlagen.
  2. Holzgewinde messen. Durchmesser und Länge, dann den Dübel mit passender Spanne wählen.
  3. Bit bereitlegen. Bei der Boltix TX 25; Drehmoment am Akkuschrauber klein beginnen.
  4. Abstand knapp halten. Nur so weit von der Wand, wie das Bauteil es verlangt.

Was ich noch nicht weiß

  • Holzgewinde-Ø der Boltix. Die TOX-Seite nennt ihn nicht eindeutig.
  • Haltewerte der Stockschraube. TOX zeigt die Rubrik, aber keine Zahlen.
  • Stockschrauben mit beidseitigem Holzgewinde. Dafür habe ich keine Herstellerseite ausgewertet.
  • Metall-Krallendübel. TOX nennt sie als Option, in der Datenbank steht keiner.

Häufige Fragen

Welcher Dübel für Stockschrauben M8?

Das hängt nicht von M8 ab, sondern vom Holzgewinde und von der Wand. M8 beschreibt das metrische Ende, in den Dübel greift das Holzgewinde. TOX schreibt für die Boltix M8x80: in Holz ohne Dübel, in Beton, Vollziegel, Lochziegel und Porenbeton mit Allzweckdübel oder Metall-Krallendübel. Den Durchmesser des Holzgewindes nennt die TOX-Seite nicht eindeutig, deshalb misst man ihn und wählt einen Dübel, dessen Datenblatt diesen Holzschrauben-Durchmesser zulässt. Für Beton und Vollziegel nennt TOX den Spreizdübel Barracuda als geeignet für Stockschrauben. In Lochziegel und Porenbeton bohrt man ohne Schlag.

Wie dreht man Stockschrauben ein?

Bei Stockschrauben mit Innenantrieb mit einem passenden Bit. TOX gibt für die Boltix M8x80 einen TX-25-Antrieb im metrischen Ende an; man setzt das Bit dort an und dreht das Holzgewinde in Holz oder Dübel, bis das metrische Ende in der gewünschten Länge übersteht. In Holz geht das laut TOX ohne Dübel. In Mauerwerk setzt man vorher den Dübel nach Datenblatt. Für Stockschrauben ohne Innenantrieb gibt es eigene Eindrehwerkzeuge; dazu habe ich keine Herstellerangabe ausgewertet. Das Drehmoment am Akkuschrauber beginnt man klein, damit das Gewinde im Dübel nicht durchdreht.

Wofür braucht man Stockschrauben?

Für Befestigungen, die man später lösen oder im Abstand zur Wand einstellen will. TOX nennt für die Boltix verstellbare Distanzmontagen sowie das Befestigen von Heizkörpern, Schaltschränken und Rohrschellen. Weil die Stockschraube in der Wand bleibt und das Bauteil mit einer Mutter auf dem metrischen Gewinde sitzt, lässt es sich abnehmen, ohne den Dübel zu belasten. Über die Mutter justiert man auch den Abstand. Laut TOX ist die Boltix für innen bestimmt und reicht im Korrosionsschutz für Sanitärbereiche. Für Fenster und andere Bauteile mit eigenen Anforderungen ist ein Fachbetrieb zuständig.

Wie viel hält eine Stockschraube?

Eine Zahl für die Schraube selbst veröffentlicht TOX für die Boltix nicht; die Rubrik „Haltewerte“ auf der Produktseite ist leer. Was die Befestigung trägt, entscheidet der Dübel in der jeweiligen Wand. TOX nennt etwa für den Barracuda 10/50, der für Stockschrauben geeignet ist, 200 kg in Beton und 80 kg in Vollziegel als empfohlene Last je Dübel, gültig mit dem größtmöglichen Schraubendurchmesser von 8 mm und für vorwiegend ruhende Lasten. Steht das Bauteil im Abstand zur Wand, kommt ein Hebel dazu, den diese Werte nicht abbilden. Bei Lochziegel und Porenbeton liegen die Dübelwerte deutlich niedriger.

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Pin: Tabelle Stockschraube – Holz, Beton, Vollziegel, Hochlochziegel, Porenbeton, Gipskarton mit Dübelangabe laut TOX für die Boltix M8x80.
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Bianca betreibt toolrevier.de allein. Sie vergleicht Angaben von Herstellern, Akku-Allianzen und Dübel-Datenblättern sowie Gesetze und Urteile zum Bohren in der Mietwohnung — Geräte testet sie nicht selbst.