Ein Küchenoberschrank hängt an einer Schiene, eine Holzlatte soll vor die unebene Wand, und zwischen Anbauteil und Mauerwerk liegen Putz und ein paar Millimeter Luft. Mit einem kurzen Dübel müsste man erst anzeichnen, abnehmen, bohren, wieder ansetzen. Rahmendübel sind für den anderen Weg gemacht: durchbohren, durchstecken, festschrauben.
Alle Werte laut Hersteller, Stand 19.10.2026. Keine Eigenmessung, kein Test. Lasten gelten je Einzeldübel für den genannten Untergrund.
Ein Rahmendübel wird durch das Anbauteil hindurch gesetzt
Bei der Durchsteckmontage liegt das Anbauteil schon an der Wand. Man bohrt durch Bohrung des Anbauteils und Wand in einem Zug, steckt den Dübel mit der Schraube hindurch und dreht fest. Der lange Schaft überbrückt dabei Anbauteil, Putz oder einen Abstand; die Spreizung sitzt hinten im tragfähigen Baustoff. fischer listet für den Langschaftdübel SXRL Anwendungen wie TV-Konsole, Küchenhängeschrank, Garderobe, Kantholz, Fenster und Tor. Würth nennt für den SHARK UR Holzlatten, Metallschienen, Wandschränke und Regale.
In der Datenbank stehen vier Rahmendübel mit Größen von 6/50 bis 10×320:
| Dübel | Größen | Schraube | Besonderheit laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| fischer SXRL | 8×80, 8×100, 8×120 | 6 mm, Mindestlänge 85/105/125 mm | Last für 50 mm Verankerungstiefe, Porenbeton erst ab 70 mm |
| TOX Tetrafix XL | 6/65, 8/80, 10/100 | 4–5, 5–6, 6–7 mm | überbrückt dicke nichttragende Schichten |
| TOX Apollo | 6/50 bis 10/160 (11 Größen) | Senkkopfschraube 4,5/6/7 mm beigelegt | auch Gipskarton und Gipsfaser |
| Würth SHARK UR | 8×60 bis 10×320 (17 Größen) | Senkkopfschraube 6/7 mm vormontiert | nur zulässige Lasten nach ETA-08/0190 |
Die Länge eines Rahmendübels sagt nichts über seine Last
Ein 120 mm langer Dübel trägt nicht mehr als ein 80 mm langer, wenn beide gleich tief im Mauerwerk spreizen. Bei TOX Apollo haben alle fünf Größen mit 8 mm Durchmesser in Beton denselben Wert, 50 kg, bei fischer SXRL alle drei Längen 61 kg. Die Länge bestimmt, wie viel Anbauteil und Abstand man überbrücken kann, die Spreizzone bestimmt die Last.
| Größe | Beton | Vollziegel | Hochlochziegel | Porenbeton (Klasse 2) |
|---|---|---|---|---|
| fischer SXRL 8 (50 mm verankert) | 61 kg | 45 kg | 15 kg | kein Wert |
| TOX Tetrafix XL 8/80 | 100 kg | 90 kg | 35 kg | 15 kg |
| TOX Apollo 8/80 | 50 kg | 40 kg | 25 kg | 20 kg |
| TOX Apollo 10/100 | 80 kg | 60 kg | 30 kg | 30 kg |
Verankert man den SXRL 70 oder 90 mm tief, nennt fischer in Beton 1,00 kN und in Vollziegel 0,60 kN; das sind rechnerisch rund 101 und 61 kg. In Porenbeton gibt fischer erst ab 70 mm Verankerungstiefe einen Wert an. Die fischer-Werte gelten laut Lasttabelle als Einzeldübel einer Mehrfachbefestigung nichttragender Systeme. Die vollständige Tabelle aller Größen erzeugt die Datenbank:
| Dübel | Größe | Bohrer | Bohrtiefe | Schraube |
|---|---|---|---|---|
| fischer Langschaftdübel SXRLRahmendübel | SXRL 8×80 | 8 mm | 90 mm | 6 mm, ab 85 mm lang |
| SXRL 8×100 | 8 mm | 110 mm | 6 mm, ab 105 mm lang | |
| SXRL 8×120 | 8 mm | 130 mm | 6 mm, ab 125 mm lang | |
| TOX Allzweck-Rahmendübel Tetrafix XLRahmendübel | Tetrafix XL 6/65 | 6 mm | 75 mm | 4–5 mm |
| Tetrafix XL 8/80 | 8 mm | 90 mm | 5–6 mm | |
| Tetrafix XL 10/100 | 10 mm | 110 mm | 6–7 mm | |
| TOX Allzweck-Rahmendübel ApolloRahmendübel | Apollo 6/50 | 6 mm | 60 mm | 4,5 mm |
| Apollo 6/70 | 6 mm | 80 mm | 4,5 mm | |
| Apollo 8/60 | 8 mm | 70 mm | 6 mm | |
| Apollo 8/80 | 8 mm | 90 mm | 6 mm | |
| Apollo 8/100 | 8 mm | 110 mm | 6 mm | |
| Apollo 8/120 | 8 mm | 130 mm | 6 mm | |
| Apollo 8/140 | 8 mm | 150 mm | 6 mm | |
| Apollo 10/100 | 10 mm | 110 mm | 7 mm | |
| Apollo 10/120 | 10 mm | 130 mm | 7 mm | |
| Apollo 10/140 | 10 mm | 150 mm | 7 mm | |
| Apollo 10/160 | 10 mm | 170 mm | 7 mm | |
| Würth Kunststoff-Rahmendübel SHARK UR (Senkkopfschraube, Stahl verzinkt)Rahmendübel | SHARK UR 8×60 | 8 mm | k. A. | 6 mm |
| SHARK UR 8×80 | 8 mm | 80 mm | 6 mm | |
| SHARK UR 8×100 | 8 mm | 80 mm | 6 mm | |
| SHARK UR 8×120 | 8 mm | 80 mm | 6 mm | |
| SHARK UR 8×140 | 8 mm | 80 mm | 6 mm | |
| SHARK UR 8×160 | 8 mm | 80 mm | 6 mm | |
| SHARK UR 10×80 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×100 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×115 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×135 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×160 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×185 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×200 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×230 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×260 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×290 | 10 mm | 80 mm | 7 mm | |
| SHARK UR 10×320 | 10 mm | 80 mm | 7 mm |
Werte aus den technischen Datenblättern der Hersteller (je Dübel im Dübel-Finder verlinkt). Lastwerte gelten nur für den genannten Untergrund in einwandfreiem Zustand; „k. A.“ heißt: Der Hersteller nennt keinen Wert.
Was die Tabellenwerte bedeuten
Die Werte sind empfohlene Lasten mit eingerechnetem Sicherheitsbeiwert, kein Bruchwert und keine Zusage. TOX-Werte gelten mit dem größtmöglichen Schraubendurchmesser, für vorwiegend ruhende Lasten und nur im tragfähigen Baustoff, nicht in Putz oder Fugen. fischer gibt die SXRL-Lasten in kN an; die Datenbank rechnet mit 1 kN = 101,97 kg und rundet ab. Für den Würth SHARK UR stehen keine kg-Werte in der Tabelle, weil Würth nur zulässige Lasten nach Steinart, Rohdichte und Druckfestigkeit veröffentlicht.
„Bohrlochtiefe“ heißt bei jedem Hersteller etwas anderes
fischer gibt beim SXRL die Bohrlochtiefe für die Durchsteckmontage an, also inklusive Anbauteil: beim 8×120 sind es 130 mm. Würth nennt beim SHARK UR für fast alle Längen 80 mm, gemeint ist die Tiefe im Untergrund bei 70 mm Setztiefe. Wer die Zahlen nebeneinanderlegt, bohrt sonst zu flach oder unnötig tief. Für Lochziegel und Hohlblock verlangt Würth das Bohren im Drehgang ohne Schlag; mit Schlag gebohrt muss die zulässige Last laut Würth durch Versuche am Bauwerk ermittelt werden.
Die Schraube ist bei Apollo und SHARK UR schon dabei. Für den SXRL nennt fischer Mindestlängen von 85, 105 und 125 mm. Die allgemeine Faustregel der Seite, Dübellänge plus Anbauteil plus einmal Schraubendurchmesser, gilt ausdrücklich nur, wenn das Datenblatt keine Länge nennt.
Strom, Statik und Fenster gehören nicht in diese Rechnung
Lange Bohrungen treffen eher eine Leitung. Wo Leitungen laut Norm liegen sollen, steht im Kasten; ob eine Wand danach gebaut wurde, sagt die Norm nicht.
Installationszonen nach DIN 18015-3: Wo Leitungen in der Wand liegen sollen · geprüft am 19.10.2026
- DIN 18015-3:2016-09 — Die Norm DIN 18015-3 (aktuelle Ausgabe 2016-09) gilt für unsichtbar verlegte elektrische Leitungen sowie Anschlüsse, Schalter und Steckdosen in Anlagen, die nach der Normenreihe DIN 18015 geplant und errichtet werden. Zweck ist, Leitungen auf festgelegte Zonen zu beschränken, damit sie bei späteren Arbeiten an Wänden, Decken und Böden möglichst nicht beschädigt werden. dinmedia.de
- keine Gewähr im Bestand — Eine Gewähr, dass Leitungen in einer bestimmten Wand tatsächlich in diesen Zonen liegen, gibt die Norm nicht, denn sie gilt nur für Anlagen, die danach geplant und errichtet wurden. Die älteste bei DIN Media gelistete Ausgabe der DIN 18015-3 stammt von 1982-06 (zurückgezogen); über ältere oder nicht normgerecht ausgeführte Installationen trifft die Norm keine Aussage. dinmedia.de
- ZW-o 15–45 cm unter Decke · ZW-u 15–45 cm über Boden · ZW-m 100–130 cm — Waagerechte Installationszonen nach DIN 18015-3:2016-09: ZW-o liegt 15 bis 45 cm unter der Deckenbekleidung, ZW-u 15 bis 45 cm über dem Fußboden, ZW-m 100 bis 130 cm über dem Fußboden. baunetzwissen.de
- ZS-t / ZS-f / ZS-e 10–30 cm — Senkrechte Installationszonen nach DIN 18015-3:2016-09: ZS-t an Türen, ZS-f an Fenstern und ZS-e an Wandecken liegen jeweils im Bereich von 10 bis 30 cm neben der Rohbaukante bzw. Rohbauecke. baunetzwissen.de
- max. 30 cm waagerecht, max. 20 cm senkrecht — Waagerechte Installationszonen sind höchstens 30 cm breit, senkrechte höchstens 20 cm; die mittlere waagerechte Zone ZW-m ist für Räume mit Arbeitsflächen vor den Wänden vorgesehen, etwa Küchen (Fachbeitrag in „de – Das Elektrohandwerk“ 21/2007 zur Ausgabe DIN 18015-3:2007-09). elektro.net
- Stichleitung senkrecht zur Dose — Schalter, Steckdosen oder Auslässe, die nicht in einer Installationszone sitzen, müssen nach DIN 18015-3 mit einer senkrechten Stichleitung aus der nächstgelegenen waagerechten Zone versorgt werden. baunetzwissen.de
- Schalter 105 cm · Steckdose unten 30 cm — Vorzugshöhen für Schalter und Steckdosen nach DIN 18015-3: im mittleren Bereich 105 cm über dem fertigen Fußboden (in Küchen und Hausarbeitsräumen sind Abweichungen möglich), im unteren Bereich 30 cm über dem fertigen Fußboden. baunetzwissen.de
- über Arbeitsflächen 115 cm — Schalter und Steckdosen über Arbeitsflächen sollen laut Fachbeitrag zur DIN 18015-3 etwa 115 cm über dem fertigen Fußboden liegen; bei individuell geplanten Küchen sind andere Höhen möglich. elektro.net
- ZD-r 20–50 cm · ZD-t 15–45 cm von der Wand — Für Leitungen auf der Decke legt die Norm eine Zone ZD-r im Raum fest (höchstens 30 cm breit, mindestens 20 cm Abstand zur Wand) und eine Zone ZD-t im Türdurchgang (höchstens 30 cm breit, mindestens 15 cm Wandabstand). baunetzwissen.de
- Außenzonen seit Ausgabe 2016-09 — Die Ausgabe DIN 18015-3:2016-09 ersetzt die Ausgabe 2007-09 und legt erstmals Installationszonen für die Außenseiten von Außenwänden fest (z. B. AZW-o 20 bis 40 cm unter der Innendecke, AZS-w 50 bis 70 cm neben der Rohbaukante). dinmedia.de
fischer führt Fensterrahmen-Befestigungen als eigene Produktkategorie. Fenster, Tore und Geländer sind Bauteile mit eigenen Anforderungen; dafür ist ein Fachbetrieb zuständig, diese Seite bewertet sie nicht.
Die Fallstricke
- Lochziegel unterschätzt. In Hochlochziegel liegen alle Rahmendübel der Tabelle bei 15 bis 35 kg, egal wie lang. Wer mehr braucht, schaut bei Dübeln für Lochziegel.
- Schlag an. Im Lochstein zerstört Schlagbohren laut fischer die Stege, siehe Bohrhammer oder Schlagbohrmaschine.
- Putz als Verankerung gezählt. Putz ist laut TOX und Würth kein Verankerungsgrund; die Spreizzone muss dahinter liegen.
- Bohrmehl im Loch. Laut TOX kann es die Haltekraft um mehr als 50 % senken.
Was praktisch hilft
- Wand bestimmen. Klopfprobe und Bohrmehl, Anleitung bei Dübel-Grundlagen; oder direkt im Dübel-Finder.
- Größe nach Klemmdicke wählen. Anbauteil plus Putz plus Abstand überbrücken, die Spreizzone im Mauerwerk.
- Last je Dübel teilen. Gewicht durch Dübelzahl, dann mit dem Herstellerwert der eigenen Wand vergleichen.
- Vorher orten. Ortungsgerät über die Bohrstelle, besonders über Steckdosen und Schaltern.
Was ich noch nicht weiß
- Metall-Rahmendübel. Kein Hersteller-Datensatz in der Datenbank; dazu gibt es hier keine Zahlen.
- Fensterrahmendübel. fischer hat eine eigene Kategorie, ausgewertet habe ich sie nicht.
- SHARK UR in kg. Würth nennt nur zulässige ETA-Lasten je Steinart; eine Umrechnung auf einen Einzelwert wäre eine Schätzung.
- Würth-Rahmendübel ohne ETA-Bezug. Für andere Würth-Rahmendübel fehlen Datenblätter in der Datenbank.
Häufige Fragen
Wie viel kg hält ein Rahmendübel?
Das hängt vom Dübel und vor allem von der Wand ab, kaum von der Länge. fischer nennt für den Langschaftdübel SXRL 8 bei 50 mm Verankerungstiefe 61 kg in Beton, 45 kg in Vollziegel, 40 kg in Kalksandstein und 15 kg in Hochlochziegel. TOX nennt für den Apollo 10 80 kg in Beton und 30 kg in Hochlochziegel, für den Tetrafix XL 8/80 100 kg in Beton und 35 kg in Hochlochziegel. Das sind empfohlene Lasten je Einzeldübel mit Sicherheitsbeiwert. Würth veröffentlicht für den SHARK UR keine kg-Werte, sondern zulässige Lasten nach ETA je Steinart. Für einen Schrank teilt man das Gewicht auf die Dübel auf.
Wie tief muss man für einen Rahmendübel bohren?
Das steht im Datenblatt, und die Hersteller meinen damit Unterschiedliches. fischer gibt beim SXRL die Bohrlochtiefe für die Durchsteckmontage an, also durch Anbauteil und Wand zusammen: 90 mm beim 8×80, 110 mm beim 8×100, 130 mm beim 8×120. Würth nennt beim SHARK UR 80 mm Bohrlochtiefe bei 70 mm Setztiefe im Untergrund, unabhängig von der Dübellänge. TOX gibt beim Apollo jeweils 10 mm mehr als die Dübellänge an. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Spreizzone im tragfähigen Mauerwerk sitzt und nicht im Putz. Im Lochziegel bohrt man im Drehgang ohne Schlag.
Welche Schraube gehört in einen Rahmendübel 8×120?
Beim TOX Apollo und beim Würth SHARK UR ist die Schraube vormontiert bzw. beigelegt: 6 mm Senkkopfschraube bei den 8-mm-Größen. Für den fischer SXRL 8×120 nennt fischer eine Schraube mit 6 mm Durchmesser und mindestens 125 mm Länge. Eine eigene Schraube wählt man nur, wenn das Datenblatt sie freigibt; mit dünnerem Durchmesser spreizt der Dübel weniger, und TOX bezieht seine Haltewerte ausdrücklich auf den größtmöglichen Schraubendurchmesser. Die Faustregel Dübellänge plus Anbauteil plus einmal Schraubendurchmesser gilt nur, wenn der Hersteller selbst keine Länge vorgibt.
Rahmendübel oder normaler Dübel – was ist besser?
Keiner ist besser, sie lösen verschiedene Aufgaben. Ein Rahmendübel lohnt sich, wenn das Anbauteil schon an der Wand liegt und man in einem Zug durchbohren will, oder wenn Putz, Dämmung oder ein Abstand zu überbrücken sind. Für die reine Last ist er nicht stärker: Ein fischer DuoPower 8×65 hat laut fischer in Beton 230 kg und in Hochlochziegel 40 kg, der Rahmendübel SXRL 8 bei 50 mm Verankerung 61 und 15 kg. Dafür muss man beim kurzen Dübel vorher anzeichnen und das Anbauteil abnehmen. Welche Variante zur eigenen Wand passt, zeigt der Dübel-Finder.
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